Alarme

In Bearbeitung - Zielversion V0.38.0

Die Implementierung von Alarmen und regelbasiertem Handel ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Diese Dokumentation beschreibt die geplante und teilweise bereits umgesetzte Funktionalität.

Das Alarmsystem in GT informiert den Benutzer, wenn konfigurierte Bedingungen auf Wertpapieren erfüllt werden. Alarme können in zwei Kontexten erstellt werden: als eigenständige Wertpapier-Alarme oder als Alarme innerhalb einer regelbasierten Strategie. In beiden Fällen entscheidet der Benutzer selbst über eine allfällige Transaktion, denn GT handelt nie selbständig.

Eigenständige Wertpapier-Alarme

Eigenständige Alarme werden direkt auf einem Wertpapier in einer Watchlist erstellt, ohne dass eine regelbasierte Strategie erforderlich ist. Über das Kontextmenü eines Wertpapiers in der Watchlist wählen Sie Alarm hinzufügen…, worauf sich der Dialog Strategie Definition öffnet. Den zugehörigen Eintrag Strategie Wertpapier, der das Wertpapier mit seinen Alarmen verbindet, legt GT selbständig an; brechen Sie den Dialog ab, ohne eine Strategie zu erfassen, bleibt davon nichts zurück. Diese Alarme werden unabhängig von einer regelbasierten Strategie ausgewertet und eignen sich für die einfache Überwachung einzelner Wertpapiere.

Alarme in einer regelbasierten Strategie

Innerhalb einer Portfoliobasierten Strategie können Strategien auf den Ebenen Portfoliobasierte Strategie, Anlageklasse und Wertpapier zugewiesen werden, siehe Regelbasierter Handel. Ist die Bedingung einer solchen Strategie erfüllt, erzeugt das System ebenfalls einen Alarm. Eine Strategie auf der Portfoliobasierten Strategie wird für die Wertpapiere ihrer Watchlist ausgewertet, eine Strategie auf einer Anlageklasse für deren Wertpapiere. Die Auswertung berücksichtigt dabei die Aktivierung auf allen beteiligten Ebenen: Ist eine übergeordnete Ebene deaktiviert, ruhen auch die darunter liegenden Alarme. Die Portfoliobasierte Strategie schalten Sie in ihrer Baumtabelle mit Aktivieren oder Deaktivieren, ein Wertpapier und seine Strategien über das Kontrollkästchen Aktiv der Alarm-Übersicht; Anlageklassen besitzen keinen eigenen Schalter. Auch die Portfolio-Neugewichtung auf der Portfolio-Strategie stellt ihre Empfehlungen als Nachrichten zu; wann solche entstehen, beschreibt Portfolio-Neugewichtung.

Alarmarten

Für Wertpapiere stehen sechs Alarmarten zur Verfügung. Die Angaben in Klammern hinter einem Feldnamen sind die in GT verwendeten Kurzbezeichnungen.

AlarmartVerfügbare EbenenFelder und geprüfte Bedingung
Absoluter Gewinn/VerlustWertpapierUnters Limit (L) und Oberes Limit (U) ab 0. Beide Grenzen sind einzeln verwendbar; ein Alarm entsteht, sobald der Kurs eine davon durchbricht.
Bestand Gewinn/VerlustPortfoliobasierte Strategie, Anlageklasse, WertpapierGewinn (G) und Verlust (L) als Prozentwert von 1 bis 500 sowie die Kursgrenzen Oberes Limit (U) und Unters Limit (L) ab 0; mindestens ein Feld ist auszufüllen. Gemessen wird der Gewinn oder Verlust der tatsächlich gehaltenen Position gegenüber ihrem Einstandswert. Ohne offene Position findet keine Auswertung statt.
Gewinn/Verlust in einer PeriodeWertpapierPeriode (P) von 1 bis 999 Tagen sowie Gewinn (G) und Verlust (L) von 1 bis 500 Prozent. Verglichen wird mit dem letzten Schlusskurs an oder vor dem Tag, auf den die Periode zurückweist.
Gleitender Durchschnitt KreuzungWertpapierIndikatortyp (I) mit SMA oder EMA, Periode (P) von 1 bis 999 und Kreuzungsrichtung (C) mit ABOVE oder BELOW. Diese beiden Angaben werden als Text eingetippt, es sind keine Auswahllisten.
RSI SchwellenwertWertpapierRSI Periode (R) von 1 bis 999 sowie Unterer Schwellenwert (L) und Oberer Schwellenwert (U) von 0 bis 100.
Benutzerdefinierter AusdruckWertpapierAusdruck (E) mit höchstens 500 Zeichen. Zur Verfügung stehen die Werte price, prevClose, open, high, low und volume sowie die Funktionen SMA(n), EMA(n) und RSI(n). Der Alarm wird ausgelöst, wenn der Ausdruck zutrifft.

Dieselbe Alarmart darf auf einem Wertpapier mehrfach erfasst werden, beispielsweise zwei absolute Kursgrenzen mit unterschiedlichen Werten. Nur die Portfolio-Neugewichtung und der Mean-Reversion-Dip sind je Ebene einmalig.

Alarm-Übersicht

Die Übersicht aller Alarme eines Mandanten erreichen Sie über den Klienten im Navigationsbaum und dort über das Register Alarm. Sie ist als Baumtabelle aufgebaut: Auf der obersten Ebene steht das Wertpapier mit seiner Währung, darunter als Kindknoten die erfassten Alarme mit ihrer Alarmart in der Spalte Strategiename. Die Spalte Kontext zeigt mit Eigenständig oder Teil einer Strategie an, ob der Alarm für sich alleine steht oder zu einer regelbasierten Strategie gehört.

Die Spalte Aktiv enthält ein Kontrollkästchen, sowohl auf der Zeile des Wertpapiers als auch auf jener eines einzelnen Alarms. Eine Änderung wird sofort gespeichert. So lässt sich ein Alarm oder ein ganzes Wertpapier vorübergehend stilllegen, ohne die Konfiguration zu verlieren.

Über das Kontextmenü der Wertpapierzeile erfassen Sie mit Erstellen Strategie Definition einen weiteren Alarm oder entfernen mit Löschen Strategie Wertpapier das Wertpapier samt allen seinen Alarmen. Gehört das Wertpapier zu einer Portfoliobasierten Strategie, verschwindet es damit auch aus deren Baum. Auf der Zeile eines Alarms stehen Bearbeiten Strategie Definition und Löschen Strategie Definition zur Verfügung. Beim Bearbeiten lassen sich nur die Parameter ändern, nicht aber die Alarmart.

Alarm-Auswertung

Alle sechs Arten von Wertpapieralarmen werden im Hintergrund geprüft. Der Administrator legt in den globalen Einstellungen mit gt.algo.alarm.evaluation.interval.hours ein Intervall von 2 bis 6 ganzen Stunden fest. Der Standardwert beträgt 4 Stunden. Änderungen gelten ohne Neustart. Eine kürzlich erfolgreiche Auswertung oder ein Prüfversuch im Hintergrund verschiebt den nächsten Hintergrundversuch. Neue Innertag-Kurse können eine frühere Auswertung auslösen. Die Planung prüft alle fünf Minuten auf fällige Arbeit. Dadurch kann die Auswertung bis zu fünf Minuten später beginnen, zuzüglich einer allfälligen Wartezeit in der Aufgabenwarteschlange. Die eigentliche Arbeit erledigt die Hintergrundaufgabe 50. Gewöhnliche Wertpapiere werden während der Öffnungszeiten ihrer Börse geprüft. Massgebend sind deren Zeitzone und hinterlegte Feiertage. Am Wochenende finden in dieser Zeitzone keine automatischen Prüfungen statt. Als Kryptowährungen klassifizierte Wertpapiere werden an allen Wochentagen geprüft. Diese Ausnahme gilt für Wertpapiere, die das Alarmsystem bereits unterstützt; sie fügt keine Alarme für Kryptowährungs-Währungspaare hinzu. Nach Börsenschluss und Ablauf der Verzögerung des Datenlieferanten unternimmt GT einen abschliessenden Prüfversuch, sofern der Schlusskurs noch nicht ausgewertet wurde. Dieser Versuch kann vor Ablauf des eingestellten Intervalls stattfinden. Ein fehlgeschlagener Abschlussversuch wird weder wiederholt noch am Wochenende nachgeholt. GT verwendet einen genügend aktuellen Kurs aus der laufenden Handelssitzung oder fordert einen neuen Kurs an. Mehrere Alarme desselben Wertpapiers teilen sich den heruntergeladenen Kurs. Bleibt dieser zu alt oder fehlen benötigte historische Kurse oder Börsenangaben, entsteht kein Alarm. GT hält den Grund fest und bewahrt den letzten gültigen Vergleichswert für die Erkennung einer Kreuzung. Nach einem fehlgeschlagenen Hintergrundversuch wartet GT das eingestellte Intervall ab. Kurs-, Durchschnitts- und RSI-Kreuzungen benötigen zunächst einen gültigen Ausgangswert. Die erste gültige Beobachtung legt diesen fest und löst noch keinen Alarm aus. Nach dem Bearbeiten oder erneuten Aktivieren wird der Ausgangswert neu bestimmt, damit eine Zeit der Deaktivierung keine scheinbare Kreuzung erzeugt. Eine Schwellenüberschreitung mit anschliessender Rückkehr zwischen zwei Beobachtungen kann unentdeckt bleiben. Der folgende Ablauf zeigt den Weg von der fälligen Prüfung bis zur Nachricht.

flowchart TD
    S([Alle fünf Minuten: Prüfung auf fällige Alarme]) --> D{Alarm fällig?}
    D -->|Nein| W[Warten bis zum nächsten Intervall]
    D -->|Ja| B{Börse offen oder Kryptowährung?}
    B -->|Nein| W
    B -->|Ja| Q[Kurs je Wertpapier einmal beschaffen]
    Q --> F{Kurs aktuell genug und Daten vollständig?}
    F -->|Nein| R[Grund festhalten, Vergleichswert bewahren, kein Alarm]
    F -->|Ja| E{Bedingung erfüllt?}
    E -->|Nein| W
    E -->|Ja| A{Heute schon gemeldet?}
    A -->|Ja| N[Keine zweite Nachricht]
    A -->|Nein| M[Alarm festhalten und als GT Nachricht zustellen]

Alarm-Lebenszyklus

Wenn eine Alarm-Bedingung erfüllt wird, hält das System den Alarm mit den Angaben zur ausgelösten Bedingung fest. Anschliessend wird der Benutzer über das interne Nachrichtensystem von GT benachrichtigt, und zwar in der Sprache des Klienten. Der Betreff nennt den Kontext des Alarms, der Nachrichtentext das Wertpapier und die Einzelheiten der Auslösung. Der Benutzer kann die Nachricht lesen, die Situation beurteilen und dann selbständig über die gewünschte Aktion entscheiden. GT führt keine automatischen Transaktionen aus. Konnte eine Nachricht nicht zugestellt werden, wird sie später aus dem festgehaltenen Alarm erneut versendet, ohne dass der Alarm ein zweites Mal ausgelöst wird.

Deduplizierung

Damit dieselbe Situation nicht mehrfach gemeldet wird, unterscheidet GT einen Alarm nach Klient, Alarm, Wertpapier, Art des Signals, Richtung und Tag. Wiederholte Auswertungen desselben Signals am selben Tag ergeben deshalb nur eine Nachricht. Zwei Wertpapiere unterdrücken sich nie gegenseitig, und eine Kreuzung nach oben und eine nach unten am selben Tag sind zwei getrennte Meldungen.

Einschränkungen

Die Alarmart eines bestehenden Alarms lässt sich nicht mehr wechseln; dafür wird ein neuer Alarm erfasst und der alte gelöscht. Währungspaare einer Watchlist können keinen Alarm erhalten, Alarme sind den Wertpapieren vorbehalten. Neben der beschriebenen Hintergrundplanung startet Jetzt auswerten in der Alarmdiagnose eine sofortige Auswertung Ihrer eigenen Alarme; die Schaltfläche Alarmdiagnose befindet sich über der Alarm-Übersicht. Die Diagnose zeigt in den Registern Auswertung, Handelsentscheidungen und Benachrichtigungen die letzten Auswertungen, die Entscheide des Mean-Reversion-Dip und den Zustand der Zustellung; mit Ausgewählte Benachrichtigung erneut senden lässt sich eine nicht zugestellte Nachricht erneut versenden. Die Anzahl der Portfoliobasierten Strategien, Anlageklassen, Wertpapiere und Strategien je Klient ist über die Limiten der Informationsklassen begrenzt. Hat die Installation die Alarmfunktion abgeschaltet, fehlen das Register Alarm und der Eintrag Alarm hinzufügen… in der Watchlist.